Information & Fortbildung
zu Spracherwerb und Sprachförderung

 

Spracherwerb


Voraussetzungen
für den Spracherwerb

Wie erwerben
Kinder Sprache(n)?

 Zur Erfassung
kindlicher Sprachfähigkeiten


Sprachförderung


Sprachförderung
in der Familie

Empfehlungen für Eltern

Sprachförderung
in der Kindertagesstätte
Empfehlungen für Erzieher/innen

Zum Umgang
mit Mehrsprachigkeit
 Empfehlungen für Erzieher/innen


Fortbildung


Angebote

Literatur

 

 


Links

Dr. Anja Leist-Villis

Kontakt

Impressum

Home


 

Google

 

 

 

Sprachförderung in der Familie
Empfehlungen für Eltern

7. Auflage 2016! Ratgeber
 der Verfasserin dieser Seiten:



Info

Portofreie Bestellung direkt bei:

Alles folgende gilt für ein- und zweisprachig aufwachsende Kinder gleichermaßen. Speziell zu zweisprachiger Entwicklung und Erziehung s. ausführlich:www.zweisprachigkeit.net.

Gesunde Kinder erwerben Sprache quasi von selbst (Wie erwerben Kinder Sprache?). Sie brauchen dafür keine gezielte Förderung. Von entscheidender Bedeutung ist jedoch ein Umfeld, in dem Sprache eine wichtige Rolle spielt. Obwohl Kinder 1 – 2 Jahre alt sind, wenn sie ihre erste Wörter sprechen, so beginnt ihre sprachliche Entwicklung schon viel früher: Kinder hören ihre Muttersprache(n) bereits im Mutterleib. Sie verstehen schon viel – lange, bevor sie selbst sprechen können. Sie kommunizieren von Geburt an nonverbal – durch Laute, Gestik und Mimik.

Sie als Eltern haben somit die größte Verantwortung für die sprachliche Entwicklung Ihrer Kinder, und das spätestens von Geburt an! Sie können die sprachliche Entwicklung Ihres Kindes am besten unterstützen, indem Sie

top


Sprachliches Vorbild

Kinder orientieren sich an den Sprachvorbildern ihrer Umwelt. Achten Sie daher auf ihr eigenes Sprachverhalten:

  • Sprechen Sie von Geburt an viel mit ihrem Kind. Singen Sie ihm vor. Entdecken Sie Ihre eigene Freude an Sprache – leben Sie sie den Kindern vor.
     
  • Sprechen Sie lebhaft und mit starker Betonung – Kinder nehmen zu Beginn vor allem die Sprachmelodie wahr.
     
  • Richten Sie Ihre Sprache nach dem Sprachniveau des Kindes aus, bzw. „eilen“ Sie diesem leicht voraus (Mütter tun dies meist instinktiv).
     
  • Sind Sie zweisprachig, sprechen Sie die Sprache mit Ihrem Kind, die Sie selbst am besten und am liebsten sprechen. Geben Sie ihm kein schlechtes Sprachvorbild – weder, was die Sprache selbst anbelangt, noch Ihre Lust, sie zu sprechen!
    Empfehlungen für zweisprachig erziehende Eltern

top


Gespräche führen

Kinder erwerben Sprache in Gesprächen, die in Dialogform geführt werden. Ihr Kind sollte aktiv in das Gespräch eingebunden sein, also auf das reagieren können, was Sie sagen, und erleben, dass seine Gesprächsbeiträge wiederum eine Reaktion bei Ihnen auslöst.

  • Ihr Neugeborenes kommuniziert mit Ihnen durch Laute, Blicke, Gestik und Mimik. Nehmen Sie all dies als seinen Gesprächsbeitrag, und sprechen auch Sie mit Ihrem Kind von Geburt an.
     
  • Begleiten Sie Ihr eigenes und das Handeln Ihres Kindes durch Sprache, zunächst, indem Sie einfach alles kommentieren („So, jetzt lege ich die Löffel auf den Tisch“). Später bauen Sie Sprache als wichtigen Bestandteil in die Handlung ein („Heute gibt es Suppe. Welches Besteck brauchen wir da?“).
     
  • Schaffen Sie eine sprachanregendes Klima. Sprachanregend sind alle Situationen, die „unfertig“ sind, deren Ablauf nicht vorgegeben ist, die Fragen aufwerfen, Erstaunen auslösen etc.
     
  • Greifen Sie Themen und Erfahrungen Ihres Kindes auf. Wenn es Ihnen z.B. ein Bild zeigt, sagen sie nicht einfach: „Oh, schön!“ sondern fangen Sie ein Gespräch darüber an. Fragen Sie nach, erzählen Sie selbst etwas dazu..
     

  • Vermitteln Sie Ihrem Kind, wo immer es möglich ist, konkrete Erfahrungen. Besprechen Sie Themen nicht ausschließlich anhand von Bilderbüchern. Gehen Sie z.B. in eine Bäckerei, und schauen Sie, wie Brot gebacken wird, backen Sie selbst eines etc.. Je vielfältiger die Erfahrungen, desto intensiver wird Ihr Kind seine Umwelt be-greifen – eine wichtige Basis sowohl für seine sprachliche, als auch kognitive Entwicklung.
     
  • Fragen Sie Ihr Kind nach seinen Erlebnissen: Was hast Du heute im Kindergarten gemacht? Ein neues Lied gelernt? Das möchte ich auch gerne lernen...
     
  • Nehmen Sie sich genügend Zeit für Gespräche mit Ihrem Kind.
     
  • Fernsehen das Gegenteil eines Dialogs!!! Das Kind kann nicht auf das Gesagte reagieren, und erst recht reagiert das Programm nicht auf das, was Ihr Kind sagt. Schauen Sie daher – wenn es sein muss – mit Ihrem Kind gemeinsam fern, und sprechen Sie mit ihm über das Gesehene.

Kinder erwerben Sprache unbewusst-intuitiv. Das bedeutet, dass sie die Fehler („Ich bin ganz schnell gerennt!“) nicht wahrnehmen und nicht reflektieren können. Zudem ist für Kinder vor allem der Inhalt des Gesagten wichtig – weniger die Form.

  • Direkte Verbesserungen („Das heißt gerannt!“) oder Aufforderungen zum Nachsprechen („Sag mal gerannt!“) sind demotivierend für das Kind und darüber hinaus meist erfolglos.
     
  • Besser ist es, das Kind indirekt zu verbessern. Aber: Bei einer reinen Wiederholung des Satzes („Ja, Du bist schnell gerannt!“) wird sich das Kind erstens nicht ernst genommen und zweitens nicht dazu motiviert fühlen, eine Antwort zu geben.
     
  • Stellen Sie deshalb offene Fragen („Warum bist Du denn so schnell gerannt?“). So verbessern Sie indirekt, signalisieren darüber hinaus Interesse am Inhalt der Aussage und motivieren das Kind zu Antworten, die über ja / nein hinausgehen.
     

top


Sprache als fester Bestandteil

Sprache sollte ein fester Bestandteil im Alltag sein. Zusätzlich zu den bisher genannten Punkten unterstützt folgendes den Spracherwerb Ihres Kindes:

  • Lesen ihrem Kind regelmäßig vor. Räumen sie dem Bücherlesen unbedingt einen festen Platz im Tagesablauf ein, z.B. abends vor dem zu Bett gehen. Zünden Sie eine Kerze an ... schaffen Sie dazu Rituale und so eine besondere Atmosphäre.
     
  • Reime, Lieder, Rätsel machen den Kindern Spaß. Sie unterstützen den Spracherwerbsprozess spielerisch. Räumen Sie auch dem Singen einen festen Platz ein (natürlich nur, wenn es Ihnen auch selbst Spaß macht).
     
  • Spielen Sie Spiele, in denen Sprache eine zentrale Bedeutung hat, z.B. „Ich sehe was, was Du nicht siehst...“, sowie Rollenspiele, Puppenspiele etc.

 

Sehen Sie Sprachförderung niemals als Training oder gezieltes Üben an! Weder das Tempo noch die Reihenfolge, in der Ihr Kind bestimmte sprachliche Fähigkeiten erwirbt, können Sie beeinflussen.

Gestalten Sie das sprachliche Klima in Ihrer Familie so, dass es die Sprache des Kindes auf natürliche Weise herausfordert und vermitteln Sie ihm Spaß an Sprache – dies ist die beste Unterstützung des Spracherwerbs Ihres Kindes!

top


 

7. Auflage 2016! Ratgeber
 der Verfasserin dieser Seiten:



Info

Portofreie Bestellung direkt bei: